Projekt

Systemanalyse für die städtische Energieplanung mit einem modularen Planungsinstrumentarium - methodische Grundlagen und Fallbeispiele

Kommunen und Städte stehen zukünftig vor großen Herausforderungen. Die derzeitige Entwicklung zeigt, dass immer mehr Menschen in städtische Gebiete ziehen und die Urbanisierung fortschreitet.

Projektlaufzeit

01.01.2015 - 30.06.201

Kommunen und Städte stehen zukünftig vor großen Herausforderungen. Die derzeitige Entwicklung zeigt, dass immer mehr Menschen in städtische Gebiete ziehen und die Urbanisierung fortschreitet. Neben einer steigenden Bevölkerungsdichte und dem demografischen Wandel sehen sich Kommunen und Städte aber auch mit dem Klimawandel, steigenden Energiepreisen, der Versorgungssicherheit im Kontext der Energiewende und einem immer höherem Verkehrsaufkommen konfrontiert. Für all diese Bereiche werden auf Bundesebene, z.B. durch den Klimaschutzplan 2050, aber auch auf länder- und regionaler Ebene Leitlinien und künftig mehr und mehr politische Vorgaben für den Klimaschutz definiert.

Die Umsetzung einzelner komplexer Leuchtturmprojekten in der energetischen Planung von Einzelgebäuden wird nicht ausreichen, um hohe Nachhaltigkeitsziele auf Quartiersebene und vor allem im großen Gebäudebestand zu erreichen. Folglich wird die ganzheitliche und integrierte Stadtplanung bei der Realisierung der Energiewende eine tragende Rolle einnehmen, da eine immer größere Verflechtung der Sektoren Energiewirtschaft, Gebäude und Verkehr stattfinden wird. Dies erhöht die Komplexität der integralen Energieplanung, was es sinnvoll macht, für Energie- und Stadtplaner ein unterstützendes Hilfsmittel bereit zu stellen, durch das es ermöglicht wird, die notwendige Qualität in der Datenbeschaffung und Datentiefe zu erreichen, um eine strategische Vorplanung für Klimaschutzmaßnahmen durchzuführen.

Im Forschungsvorhaben „Systemanalyse für die städtische Energieplanung mit einem modularen Planungsinstrumentarium“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird, werden die Möglichkeiten zur unterstützenden Planung von Klimaschutzmaßnamen untersucht. Ziel ist es, ein einfaches Tool, das EN-easy-Tool, für Planer zu entwickeln, das über eine schnelle und einfache Eingabe von Quartiersdaten erste Potentiale zu CO2-Einsparungen und CO2-Minderungskosten liefert. Im Forschungsverbund untersucht dabei das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart die Integration und Schnittstellen in ein Systemmodell, das die komplexen Zusammenhänge zwischen Energiebedarf und Energieversorgung abbildet. Die Bedarfsseite für Wohn- und Nichtwohngebäude im Bestand und Neubau wird von der Drees & Sommer Advanced Building Technologies GmbH mittels Gebäudesimulationsmodellen bereitgestellt. Das Verkehrsmodell wird von den KARAJAN • INGENIEURE in Stuttgart untersucht und implementiert.


Als Grundlage für das leicht nutzbare EN-easy-Tool wird ein komplexes Modell, das Sustainable City Information Model (SCIM), als städtisches Planungsinstrument entwickelt. Das Modell verbindet die Bedarfsseiten Gebäude und Verkehr eines städtischen Quartiers mit einem Energiesystemmodell. Durch diese Vernetzung sind eine simultane Betrachtung des Strom- und Wärmemarktes sowie die Verknüpfung mit dem Berich Mobilität möglich, zudem werden Wechselwirkungen berücksichtigt.

Ihr Ansprechpartner

Markus Blesl
PD Dr.-Ing.

Markus Blesl

Privatdozent
Abteilungsleiter

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