Ein aktueller Bericht der Badischen Neuesten Nachrichten beleuchtet die Herausforderungen der Energiewende in Baden-Württemberg – und ordnet IER-Direktor Prof. Kai Hufendiek die zentralen Fragen wissenschaftlich ein.
Im Fokus steht der Umbau des Kraftwerksparks von Kohle zu Gas und perspektivisch Wasserstoff, wie ihn die EnBW aktuell an mehreren Standorten im Land umsetzt. Doch der eigentliche Engpass liegt woanders: Hufendiek sieht im Netzausbau die „riesige Herausforderung" der kommenden Jahre. Solange die großen Nord-Süd-Transportleitungen fehlen, mache der weitere Anschluss von Windkraft im Norden immer weniger Sinn – sinnvoller wäre es, Projekte im Süden vorzuziehen, auch bei geringerem Ertrag. Für den Speicherbedarf setzt er auf einen Mix aus steuerbaren Lasten, Batterien, Pumpspeichern und synthetischen Energieträgern wie Wasserstoff oder Ammoniak.
Diese Einschätzungen stützen sich auf langjährige Forschungsarbeit des IER: Das Institut war 2023 am Gutachten zur Versorgungssicherheit für die Bundesnetzagentur beteiligt und begleitet die Transformation des Energiesystems wissenschaftlich auf nationaler wie regionaler Ebene.