Projekt

ICCEE - Improving Cold Chain Energy Efficiency

Das ICCEE-Projekt wird kleine und mittelständische Firmen (KMU) in der Kühlkette des Lebensmittel- und Getränkesektors dabei unterstützen nach dem Durchführen von Energieaudits in der Versorgungskette Energieeffizienzmaßnahmen (EEM) durchzuführen.

Projektförderung | Auftraggeber

Europäische Kommission (Horizon 2020, Work Programme 2018-2020, 10. Secure, clean and efficient energy)

Projektlaufzeit

01.09.2019 - 01.09.2022

Der Fokus auf der Kühlkette begründet sich durch die hohen Energieverbräuche (Kühltransporte, Verarbeitung und Lagerung) und die hohen Energieeinsparpotentiale. Die Implementierung eines holistischen Ansatzes, der die Perspektive vom einzelnen Unternehmen weg auf die gesamte Kette verschiebt, ermöglicht erweiterte Möglichkeiten für EEM. Um die Generierung neuer EEM zu ermöglichen wird ICCEE: a) ein analytisches Energieeffizienz-Tool implementieren und anwenden, um die Entscheidungsfindung auf verschiedenen Unternehmensebenen zu unterstützen und b) ein Programm starten, dass Mitarbeiter, Stakeholder und jene, die einen Wandel in der Energieverwendung im Sektor herbeiführen möchten. Die Machbarkeit von EEM wird bewertet unter Berücksichtigung von ökonomischer, ökologischer und sozialer Auswirkungen im Rahmen einer Life-Cycle-Analyse auf die gesamte Versorgungskette. Nicht-energetische Vorteile und Aspekt bezüglich des Verhaltens werden ebenfalls adressiert und Vorschläge für die Finanzierungspläne innerhalb der KMU erarbeitet. Der erste Teil der Trainings wird dank der Kollaboration mit den Partnern im Konsortium eine Reichweite haben, die 300 Unternehmen durch 20 nationale Workshops erreicht. 32 Unternehmen werden in die Anwendung des Tools im Rahmen von 4 EU Workshops eingewiesen. Außerdem wird ICCEE e-learning Kurse einrichten, die auch über die Projektlaufzeit hinaus verfügbar sein werden und mindestens 64 weitere Unternehmen erreichen werden. ICCEE wird die Möglichkeit zu Ersparnis von Primärenergie (118 GWh/Jahr) aufzeigen, dazu beitragen, dass deutlich mehr Kapital für Investitionen in erneuerbare Energieanwendungen verwendet wird (64 Mio€) und zu einer Treibhausgasreduzierung führen (40.376 tCO2/Jahr). Die Maßnahmen zum Ausbau des Wissens und der Kapazitäten werden die Stakeholder weiterbilden und dazu befähigen gewissenhafter mit Energie umzugehen. Die Erkenntnisse des Projekt werden außerdem auch die politischen Entscheidungsträger dabei unterstützen maßgeschneiderte Rahmenbedingungen für den Sektor zu gestalten.

Die Energieeffizienzrichtlinie in ihrem Artikel 8 verpflichtet die Mitgliedstaaten Programme zu entwickeln, die kleine und mittelständische Firmen (KMU) zur Durchführung von Energieaudits ermutigen und die empfohlenen Energieeinsparmaßnahmen umsetzen. KMU stellen ein enormes Energieeinsparpotenzial dar. Der Mangel an Fachwissen, Zeit und Kapital, einschließlich eines Förderprogramms für Energieaudits, hindert KMU jedoch oft daran, Energieeinsparmaßnahmen umzusetzen oder Zugang zum Markt für Energiedienstleistungen zu erhalten. Die Wirksamkeit der Empfehlungen für Energieaudits wird durch das Verhalten der Menschen und die Verbesserung der Energiekulturen der Unternehmen beeinflusst. Die Verfügbarkeit zuverlässiger Energieverbrauchsdaten ist von größter Bedeutung, um die Auswirkungen von Energieeinsparmaßnahmen und -verhaltensweisen zu überwachen. Die Maßnahmen sollten die KMU dazu veranlassen, sich des vielfältigen Nutzens von Energieaudits voll bewusst zu werden und ihre tatsächliche Umsetzung zu erleichtern. Darüber hinaus sollten die Programme zum Kapazitätsaufbau auch die Umsetzung der empfohlenen Energiesparmaßnahmen sowohl für kleine als auch für große Unternehmen unterstützen.

Ihr Ansprechpartner

Peter Radgen
Prof. Dr.-Ing.

Peter Radgen

Professor für Effiziente Energienutzung
Vorstand der Graduierten- und Forschungsschule GREES
Abteilungsleiter

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